Adolf Wermuth 1922 Oberbürgermeister v. Berlin 1912 - 1920):
"Nur aus der Sonderart unserer schnell zusammengewürfelten Stadt lässt sich erklären, dass Berlin so betrübend wenig von Buch weiß. Die große Mehrzahl im gesellschaftlich maßgebenden Westen kennt den Ort überhaupt nicht oder nur als geographischen Begriff."
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Erstmals wird Buch 1342 urkundlich erwähnt. Bis zum 17. Jahrhundert residierten hier nacheinander die Gutsherren von Bredow, Wiltberg und Röbell und Schmetstorp. 1669 erwarb Reichsfreiherr von Pölnitz das Anwesen. Einige Bucher Strassen sind noch heute nach den ehemaligen Gutsherren benannt.
Von den Pölnitz-Erben kaufte 1724 der Geheime Etatsrat von VIERECK das Gut. Er ließ von 1731 bis 1736 die Barockkirche errichten und baute das Landhaus im barocken Stil zum Schloss um. Wenig später entstand die Orangerie. Der Viereckepoche folgte 1761 die der Familie von VOSS, welche das Schloss 1881 nochmals umbauen ließen.
1898 kaufte die Stadt Berlin das komplette Anwesen mit Schloss, Park, Gut und Agrarflächen für 3,5 Millionen Reichsmark. Auf den umfangreichen Freiflächen realisierte die Stadt das von Rudolph Virchow angeregte und vom Stadtbaurat James Hobrecht umgesetzte - für damalige Verhältnisse modernste - Stadtentwässerungssystem, die "Rieselfelderwirtschaft".
Auf anderen Flächen entstanden zwischen 1900 und 1929 fünf Krankenhauskomplexe für "Irre", "Brustkranke" und "Alte Leute", geplant und errichtet vom Berliner Stadtbaurat Ludwig HOFFMANN. Es war damals die größte Krankenhausstadt Europas mit 5000 Betten.
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In unmittelbarer Nähe zu den Bucher Kliniken siedelte sich das Kaiser Wilhelm-Institut für Hirnforschung an. Dieses war 1947 Keimzelle für die medizinisch-biologischen Institute der Akademie der Wissenschaften der DDR. Die Hoffmannschen Klinikkomplexe wurden 1963 zum Klinikum Buch vereinigt.
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Hirnforscher Oskar Vogt (1870-1959)
Das Schloss diente von 1898 bis 1920 den Berliner Oberbürgermeistern als Sommersitz. Den Krieg überdauerten Schloss und Gutshof ohne größere Schäden. Gleichgültigkeit und behördliche Willkür führten jedoch zum Abriss der Orangerie (1955) und des Schlosses (1964). Damit sind wertvolle Baudenkmäler und wichtige historische Bezugspunkte für den Ort Buch verloren gegangen.
Mit der Entwicklung Buchs zum Krankenhausstandort ging die Siedlungsgeschichte einher. Ein- und Mehrfamilienhaussiedlungen und schließlich Großwohngebiete der 70er bis 80er Jahre entstanden und machten aus dem Dorf einen Stadtteil.
Der Gutshof Buch wurde 1981 Atelier- und Werkstättenkomplex für Bildende Künstler und wurde vom Berliner Senat 2002 aus Kostengründen aufgegeben.
Wir danken Herrn Rainer Schütte für die freundliche Unterstützung.