Berlin-Buch. Die Gesundheitsregion. 

Das Erbe von James Friedrich Ludolf Hobrecht
Kornspeicher HobrechtsfeldeObwohl die Gemeinde Panketal eine recht junge Gemeinde ist – der freiwillige Zusammenschluss der Gemeinden Zepernick und Schwanebeck erfolgte am 26. Oktober 2003, lohnt sich ein Blick in die Geschichtsbücher.

Zur Gemeinde Panketal gehört neben dem Ortsteil Schwanebeck auch Hobrechtsfelde.
Das inzwischen denkmalgeschützte Örtchen hat durchaus seine Reize und vor allem eine sehr interessante Vergangenheit. Hobrechtsfelde wurde mit Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut und ist mit der Industrialisierung von Berlin eng verbunden. Namensgeber für den Ort, ehemals Stadtgut und zu Berlin gehörend, ist der Stadtbaurat, Ingenieur und Architekt James Friedrich Ludolf Hobrecht (31. 12. 1845 – 8. 9. 1902).

Hobrecht gehörte zu den Verfechtern eines Hygienesystems in Großstädten (Kanalisation) und wurde bekannt durch seinen 1862 veröffentlichten Bebauungsplan der Umgebung Berlins. Ab 1869 verwirklichte Hobrecht mit der Unterstützung seines Bruders Arthur Hobrecht (1824 bis 1912), der von 1872 bis 1978 auch der Oberbürgermeister von Berlin war sowie Rudolf Virchow (1821 bis 1902) seine Pläne der Umsetzung einer Stadt-Kanalisation.

Rieselfelder Hobrechtsfelde Mit dem zwischen 1875 und 1892 fertig gestellten Hobrechtschen Kanal- und Rieselfeldersystem entwickelte sich Berlin damals zu einer der saubersten Städte der Welt. Die Abwässer landeten unter anderem auf den Feldern um diesen Ort und wurden zur Düngung genutzt.

Die Außerbetriebnahme der Rieselfelder und damit das Ende der Abwasserentsorgung um Hobrechtsfelde erfolgten im Jahre 1985. Heute sind hier sogar seltene Watt- und Wasservögel zu Hause. Zeitzeuge ist bis heute der weithin sichtbare sechsstöckige Kornspeicher geblieben. Mit der Inbetriebnahme dieser Anlage siedelten sich später ein Schlachthaus mit damals moderner Gefrieranlage, eine Schweinemastanlage und eine Molkerei im Ort mit an. Aufzeichnungen belegen, dass sogar ein Sägewerk aufgebaut wurde.

Steine ohne Grenzen HobrechtsfeldeMarkierte Reit-, Rad- und Wanderwege sowie gekennzeichnete Pkw-Parkplätze machen die Landschaft zur Erlebniswelt der besonderen Art. Neue Konzepte und Attraktionen sollen Hobrechtsfelde und seine Umgebung weiter beleben. Im April wurde der erste Bauabschnitt eines 15 km langen Rad- und Skaterrundweg eröffnet, der später auch den Gorinsee und die Schönower Heide streifen soll. Der geplante Hochseilklettergarten ( www.hobi-klettergarten.de), der im Juni feierlich eröffnet werden soll, wird noch mehr Leute nach Hobrechtsfelde locken.
Wer also der Hektik des Alltags und der Großstadt Berlin entfliehen will, ein Ausflug in diese reizvolle Landschaft lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

Mehr über die Geschichte von Hobrechtsfelde erfahren Sie unter:
 www.panketal.de/cms/tourismus/hobrechtsfelde/index.html