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April 2010
 Stellungnahme zur Ablehnung der Förderung des Forscherschlosses
Am 16.04.2010 hat der Steuerungsausschuss der Staatssekretäre unter Leitung der Staatssekretärin Frau Nehring-Venus, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen (SenWTF) das endgültige Aus des Projekts Forscherschloss Life Science Center Berlin-Buch (LSC) beschlossen und das Waldhaus zur Vermarktung frei gegeben. Damit endet die nunmehr 10-jährige Geschichte der zielstrebigen und erfolgreichen Projekterarbeitung und –verfeinerung sehr abrupt mit einem unspektakulären Verwaltungsakt.

Das Projekt wurde seit dem Jahr 2000 mit insgesamt acht vom Berliner Senat finanzierten Studien, Konzepten und zugehörigen Gutachten sehr sorgfältig ausgearbeitet und seine Finanzierung in überzeugender Weise mit großer Unterstützung von öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen dargestellt. Es liegt seit 2005 in den Händen des Bezirksamtes Pankow, seit nunmehr 5 Jahren. 2006 erfolgte der 1. BVV-Beschluss, drei Jahre später in 2009 der letzte. Diese Zeitspannen sprechen für sich, nämlich von mühseliger Klein- und Überzeugungsarbeit. In den letzten drei Jahren erfolgte die Hauptarbeit aller Beteiligten, der Ausschüsse, der Fraktionen, der LSC-Arbeitsgruppe, der Jour Fixe und Steuerungsausschüsse der Senatsverwaltungen und der vielen Unterstützer. Das Projekt wurde optimiert, Risiken, die es zweifelsohne gibt, minimiert, das Finanzkonzept laufend durch LOI’s (Letters of Intent) zum Sponsoring verbessert. Noch Ende Oktober 2009 erhielt das Bezirksamt Pankow die positive Mitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, mit der Erarbeitung der Planungsunterlagen beginnen zu dürfen. Was war in der Zwischenzeit passiert?

SenWTF hatte das Projekt Mitte Dezember 2009 in Form einer schriftlichen Anfrage zur Förderfähigkeit mit unserer Meinung nach unzureichenden Unterlagen an das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) weitergeleitet. Im Begleitschreiben von SenWTF wird selbst davon gesprochen, dass das LSC nicht eindeutig der Positivliste förderfähiger Tourismuseinrichtungen zugeordnet werden könne und daher einen Grenzfall darstelle. Mit den Bucher Initiatoren und Autoren des Projekts wurde dazu vorher nie gesprochen, das Schreiben auch nicht mit Ihnen abgestimmt. Das BMWi äußerte sich sehr zügig Mitte Januar 2010 negativ, was von SenWTF unwidersprochen zum Anlass für die Ablehnung der Förderung gegenüber dem Bezirksamt Pankow genommen wurde.

Während SenWTF dazu den Standpunkt vertritt, dass das gesamte Vorgehen völlig den normalen Verwaltungsabläufen entspricht, halten wir die gesamte Verfahrensweise für äußerst kritikwürdig und das Projekt offenbar für politisch nicht gewollt. Sonst wäre dieses für Berlin auf Grund mehrerer unabhängiger Gutachten so chancenreiche Vorhaben dem Bund in entsprechender Form, d.h. unter Vorlage aller bisher erstellten prüfungsrelevanten Unterlagen und Gutachten sowie unter Mitwirkung der Initiatoren und Autoren vorgetragen und begründet worden.
Von politischem Gestaltungswillen zeugt dies nicht, ebenso wenig von ehrlicher vertrauensvoller Auseinandersetzung und von Respekt und Anerkennung für diejenigen, die sich für das Projekt finanziell und ideell seit vielen Jahren engagiert haben. Und selbstverständlich handelt es sich beim LSC mit jährlich 270 000 Besuchern wie auch bei den anderen Science Centern um eine touristische Einrichtung; aus dem Einwohnermarkt ließe sich eine solche Zahl überhaupt nicht generieren, was im entsprechenden Gutachten auch dargestellt wird.

Die Politik hat die großen Chancen, die dem Projekt innewohnen, offensichtlich nicht erkannt.
Die Wissenschafts- und Gesundheitsstadt Berlin hätte einen Leuchtturm der erlebnisorientierten Wissensvermittlung erhalten und würde sich damit einreihen in die Phalanx der großen Science Center-Städte wie zum Beispiel Paris, London, Boston, Singapur und Shanghai. Gerade Berlin, das sich im Jahr 2010 als „Hauptstadt für die Wissenschaft “ feiert, hätte eine positive Entscheidung für das unikale Projekt gut gestanden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat mit seiner Bereitschaft zur Förderung des Life Science Centers in Höhe von 3 Mio. Euro bereits den hohen bundespolitischen Stellenwert dieser Einrichtung erkannt.

Die Idee eines Science Centers in der Hauptstadt wird nicht sterben – vielleicht an einem anderen Ort und in einem anderen Bezirk umgesetzt, der Mut, Gestaltungswillen und Durchsetzungskraft besitzt und seine Potentiale und damit Erfolgschancen besser einzuschätzen weiß.

Dr. Gudrun Erzgräber
Geschäftsführerin der ZELL GmbH


Oktober 2009 bis Januar 2010
 Etappensieg für das Life Science Center
Im Juni 2009 hatte das Bezirksamt Pankow bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen einen Förderantrag für die Sanierung und den Ausbau des Bucher "Waldhauses" als Life Science Center gestellt. Beantragt wurde eine Förderung aus GRW-Mitteln* in Höhe von 90 Prozent.

Mit Bescheid vom 27.10.09 hat der Senat den Abruf von Fördermitteln für die Erarbeitung der Bauplanung in Aussicht gestellt, und damit ist ein erster Schritt zur Umsetzung des Projektes getan. Derzeit prüft das Bezirksamt, inwieweit es die Bauherrenfunktion, Beratungs- und Planungsleistungen selbst übernehmen kann. Welche Baukosten zu erwarten sind, kann erst nach Erstellung der Bauplanungsunterlagen konkretisiert werden.

Nach eigenen vorsichtigen Schätzungen könnte eine Genehmigung des Bauantrags im Frühjahr 2011 erfolgen, wonach die Sanierungs- und Ausbauarbeiten bis Anfang 2013 abgeschlossen sein könnten.

*Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, hier für touristische Infrastruktur (vorher als GA-Mittel bezeichnet)
März bis Juli 2009
 Anhörung zum Forscherschloss und erneute Einreichung des GA-Antrags
Der vom Bezirksamt Pankow im Februar 2009 eingereichte GA-Antrag war leider nicht prüffähig, da das Bezirksamt wesentliche Teile durchgestrichen und Unterlagen nicht beigelegt hatte. Der Bezirksausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Kultur beantragte daraufhin eine öffentliche Anhörung, die am 14.05.09 im großen BVV-Saal in der Fröbelstraße stattfand.

In Vorbereitung dieser Anhörung wurden von der ZELL und ihren Gesellschaftern mehr als 20 unterstützende Schreiben, beispielsweise von der IHK, dem VBKI, Spectaris, der Gesundheitsstadt Berlin, von health capital und mehreren Unternehmen, initiiert. Darüber hinaus konnten mehr als zehn bekannte Persönlichkeiten der Stadt Berlin für die Teilnahme an der Anhörung und befürwortende Statements gewonnen werden. Zu ihnen gehörten zum Beispiel Prof. Einhäupl, Vorstand der Charité, Prof. Ganten, Vorstand der Charité-Stiftung, J. Reschke, Geschäftsführer des HELIOS-Konzerns, Prof. Rosenthal, wissenschaftlicher Vorstand des MDC, J. Reinwardt, Vorstand der Akademie der Gesundheit, Dr. Broich, Vorstand der TSB Technologiestiftung Berlin sowie Vertreter der IHK und von Bayer Schering Pharma.

Der in dieser Anhörung vom Bezirksbürgermeister vertretene Standpunkt, dass das Projekt nur Verluste bringen wird, stieß auf großes Unverständnis bei den meisten Teilnehmern und veranlasste den Hauptsponsor des Projekts, Dr. Eckert, von seiner Zusage zur finanziellen Unterstützung zurückzutreten. Danach begannen schwierige Gespräche zwischen den Unterstützern des Projekts, den politischen Fraktionen in der BVV und auf Landesebene. Nach einem erneuten Beschluss der BVV am 17. 06.09, in dem der Bezirksbürgermeister zur Unterzeichnung des GA-Antrages ohne Streichungen aufgefordert wurde, erfolgte die vollständige Einreichung des GA-Antrags am 26.06. bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen. Herr Dr. Eckert hatte zuvor seine Zusage zum Sponsoring erneuert.


Februar 2009
 Bezirksamt Pankow reicht Förderantrag für das Life Science Center ein
Am 10.02.2009 beschloss das Bezirksamt Pankow, dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom 10.12.08 zu folgen und den GA-Antrag auf Förderung des Projekts Life Science Center bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen zu stellen. Im eingereichten Antrag wird zum Ausdruck gebracht, dass der Bezirk Pankow die Risiken nicht allein tragen kann und das Projekt die breite politische Unterstützung auf Landesebene benötigt. Dieser Prozess ist nun angelaufen.

Die Gesellschafter der ZELL GmbH haben sich inzwischen für eine Namensänderung des Centers ausgesprochen und zwar in „Forscherschloss“. Dieser Begriff soll zum einen auf die schlossähnliche wunderschöne Architektur des Waldhauses als künftigen Standort des Life Science Centers hinweisen, zum anderen aber auch die Inhalte berücksichtigen, nämlich Bindeglied zwischen Forschung und Öffentlichkeit zu sein.


Zweites Halbjahr 2008
 BVV votiert für Einreichung des GA-Antrags durch das Bezirksamt
Im zweiten Halbjahr 2008 setzten das Bezirksamt Pankow und die am 02.07.08 gegründete Gesellschaft ZELL (ZELL steht für „Zentrum für erlebnisorientiertes Lernen in den Lebenswissenschaften“) die Erarbeitung des GA-Antrags auf Förderung des Life Science Centers intensiv fort. In Vorbereitung der zwischenzeitlich auf den 09.10.08 verschobenen Sitzung des Steuerungsausschusses der Staatssekretäre erarbeitete das Bezirksamt Pankow zu seiner Sitzung Mitte September 2008 den Projektstand und brachte darin zum Ausdruck, das Votum der landesweiten Unterstützung des Projekts zur Minimierung der Risiken im Steuerungsausschuss herbeiführen zu wollen. Außerdem wurde Ende September vom Bezirksamt Pankow der GA-Antrag auf Förderung des Life Science Centers zur Vorprüfung bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen eingereicht; der Antrag wurde inzwischen als prüffähig eingeschätzt.

In der Sitzung des Steuerungsausschusses der Staatsekretäre am 09.10.08 wurde vom Bezirksamt Pankow der Projektstand erläutert und dabei nochmals auf die Risiken hingewiesen, die der Bezirk allein nicht tragen könne. Darüber hinaus wurde von der ZELL GmbH das aktualisierte Finanzkonzept mit dem letzten Stand des Sponsorings vorgestellt, das weitgehend zur Risikominimierung beiträgt. Im Steuerungsausschuss wurde deutlich gemacht, dass es eines unterzeichneten Antrags bedürfe, um den politischen Kommunikationsprozess und damit den Unterstützungsprozess auch auf Senatsebene beginnen zu können. Inzwischen liegt ein positives Votum der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Bildung vor – allerdings ohne Übernahme von Risiken des Projekts.

In den Monaten Oktober bis Dezember hatten die Ausschüsse und die Mitglieder der BVV Gelegenheit, sich mit dem Projektstand vertraut zu machen. Nach einer nochmaligen Verschiebung des Tagesordnungspunkts „Life Science Center“ in die an der Antragstellung zu beteiligende BVV am 10.12.2008, wurde auf Antrag der SPD-Fraktion mit 27: 19 Stimmen beschlossen, dass das BA Pankow nunmehr den GA-Antrag unterzeichnen und damit offiziell an die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen einreichen solle.


April - Juli 2008
 Abgabe des GA-Antrages wird vorbereitet
Am 11.04. 08 wurde im Steuerungsausschuss der Staatssekretäre, eine ständige Einrichtung für die weitere Entwicklung von Berlin-Buch unter Federführung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen (SenWTF), festgelegt, die GA-Antragsstellung des Bezirksamts Pankow durch eine Arbeitsgruppe LSC mit Teilnehmern aus verschiedenen Senatsverwaltungen zu unterstützen. Diese Arbeitsgruppe hat mit dem Bezirksamt am 22.05. und 17.06.08 getagt, wobei einige konkrete Fragen der Beantragung von GA-Mitteln einer Klärung zugeführt werden konnten.
Der vom Bezirksamt Pankow im o. g. Steuerungsausschuss der Staatssekretäre angegebene Termin Mitte Juni 2008 zur Abgabe des GA-Antrages in der SenWTF konnte jedoch nicht eingehalten werden, zumal entsprechend der Beschlusslage im BA Pankow die letzte BVV-Sitzung vor der Sommerpause am 09.06.08 einem ihr vorher vorzulegenden GA-Antrag hätte zustimmen müssen. Somit wird die für 28.07.08 geplante nächste Sitzung des Steuerungsausschusses auf einen Zeitpunkt nach der Sommerpause verschoben.

Zur weiteren Projekt-Begleitung und Förderung der Ziele des LSC wurde am 02.07.08 eine gemeinnützige Gesellschaft von der Akademie der Gesundheit e.V., Eckert Wagniskapital- und Frühphasenfinanzierung GmbH und Helios-Kliniken GmbH gegründet.


15. März 2008
 BVV entscheidet
Auf der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow bringt die SPD-Fraktion die entscheidende Beschlussvorlage zur „Entscheidung einer Antragsstellung auf Inanspruchnahme öffentlicher Förderung im Rahmen der GA“ ein. Die Grünen nehmen eine Auszeit, nach dem ihr Antrag auf „Einholung eines Senats-Votums“, welcher letztlich auch nur eine Verzögerung darstellte, mit 25 zu 24 Stimmen abgewiesen wurde. Um 22.30 Uhr kommt es zur namentlichen Abstimmung, in der sich die entschlussfreudigen Abgeordneten durchsetzen, die eine weitere Entwicklung des Bucher Investorenprojektes befürworteten. Gegen die Vorlage des Bezirksamtes votieren die Abgeordneten mit knapper Mehrheit (26 dafür, 23 dagegen, 1 Stimmenthaltung) für das Life Science Center Berlin-Buch eine Antragstellung im Rahmen der GA-Förderung vorzubereiten. Zuständig für die Antragstellung bleibt der Bezirksstadtrat für Wirtschaft Dr. M. Nelken.

Sämtliche Auflagen seit dem Bezirksamt Pankow-Beschluss vom Juni 2006 wurden erfüllt. Zurzeit liegen Absichtserklärungen von Unternehmen und Privatpersonen vor, die den Eigenanteil zur Finanzierung neben der öffentlichen Förderung zur Errichtung (Bau) des Life Science Centers absichern. Mit weiteren potentiellen Sponsoren finden Gespräche statt.
Februar 2008
 
21. Februar - Sitzung des BVV-Ausschusses Stadtentwicklung/ Wirtschaftsförderung: Zum TOP Life Science Center ist die weitere Beschäftigung und Erörterung der Gutachten vorgesehen. Vertreter der Berliner Gutachter (zum Ausstellungsteil) und die Bucher Akteure sind eingeladen und anwesend. Der große Teil der Ausschuss-Mitglieder erklärt, ohne die Teilnahme der ebenfalls eingeladenen Wirtschaftsprüfer aus Hamburg, die das Betriebskonzept begutachteten, nicht in der Lage zu sein, das vorgelegte 85 Seiten starke Gutachten zum Betriebskonzept einschätzen zu können. Der Ausschuss vertagt seine Entscheidung und legt fest, zu einem neuen Termin mit den Hamburger Wirtschaftsprüfern kurzfristig und außerhalb der feststehenden Sitzungstermine zusammen zutreffen. Zur Entscheidung, eine Beschlussvorlage zur nächsten Sitzung der BVV (12.3.) die Antragstellung der öffentlichen Fördermittel im Rahmen der GA für das Life Science Center vorzubereiten, kommt es nicht.
Januar 2008
 
30. Januar - Sitzung des BVV-Ausschusses Stadtentwicklung/Wirtschaftsförderung: Im nichtöffentlichen Teil erfolgt die erste Diskussion / Lesung zu den o.g. im November 2007 vorgelegten Gutachten. Bucher Akteure sind für die Beantwortung von offenen Fragen eingeladen.
Januar / Februar 2008
 
Stand der Prüfung und Diskussion im Bezirksamt Pankow zu den vorgelegten
  • Gutachten zum Betriebskonzept
  • Gutachten zum Ausstellungskonzept und Anpassung an denkmalgeschützte Architektur

Dezember 2007
 Ergebnisse der Studien
Die Ergebnisse beider Gutachten (siehe Nachricht September 07) liegen dem Bezirksamt Pankow seit Ende November vor.
Die Plausibilitätsprüfung durch das beauftragte Hamburger Consulting Unternehmen bestätigt im Großen und Ganzen die vorgelegten Zahlen und Finanzpläne des Betriebskonzeptes, die dargelegten Marktpotentiale, den Wettbewerbscheck sowie das Nachfragepotenzial und kommt zu nachfolgender Einschätzung:
  • Grundsätzliche Authentizität und Glaubwürdigkeit eines Life Science Centers am Standort Berlin-Buch gegeben
  • Ermittlung von positiven Unterschieden nach Prüfung des Nachfrage-potenzials und der Einzugsgebietsanalyse; die ermittelten Potenziale im Bereich Schüler und Schulklassen (90.000 p.a.) sind plausibel und nachvollziehbar
  • Als wahrscheinliches Szenario wird ein Besucheraufkommen von 273.000 Jahresgästen für ein typisches Betriebsjahr angesehen
  • Für den optimistischen Fall gilt, dass das Life Science Center vor allem für Touristen aus Berlin eine deutlich höhere Strahlkraft haben wird als ursprünglich angenommen.
Das Gutachten zur Präzisierung des Ausstellungskonzeptes stellt fest, dass ein Ausstellungskonzept für das Life Science Center in dem denkmalgeschützen Ludwig-Hoffmann-Bau, in das Waldhaus, grundsätzlich zu integrieren ist. Mehr als 20 interaktive, Raumbildende Maßnahmen werden dargestellt.
September 2007
 Aufträge vergeben
Das Büro für Wirtschaftsförderung im Bezirksamt Pankow vergibt nach beschränktem Ausschreibungsverfahren 2 Aufträge.
1. Die Wirtschaftlichkeits- und Plausibilitätsprüfung des vorliegenden Betriebskonzeptes für das künftige Life Science Center in Berlin-Buch durch einen bestellten und examinierten Wirtschaftsprüfer.
2. Die Präzisierung des Ausstellungskonzeptes u.a. die Durcharbeitung und ggf. Überarbeitung der bisher vorliegenden Ausstellungskonzeption und zwischenzeitlich hinzugekommener, inhaltlicher Elemente und Ergänzungen des Ausstellungskonzepts hinsichtlich (didaktischem) Ansatz, Gestaltung, Umsetzung und Budgetierung.

Die Ergebnisse der beiden Aufträge werden im November 2007 erwartet.
Juni 2007
 Fertigstellung des Betriebskonzepts
Das Betriebskonzept für das Life Science Center wird fertiggestellt und an den Bezirksstadtrat für Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung übergeben.
11.Mai 2007
 Sponsoren-Broschüre erscheint
Die aktive Ansprache von Unternehmen, Personen, Institutionen und Stiftungen wird fortgesetzt. Die neu erschienene Sponsoren-Broschüre wird diese Ansprache aktiv unterstützen.
5. Dezember 2006
 Beauftragung zur Einwerbung von Sponsorengeldern
Das Bezirksamt Pankow beauftragt die Berlin-Buch Management GmbH (Regionalmanagement) mit der Einwerbung von Sponsorengeldern in Höhe von 2,8 Mio. Euro. Dieser Betrag entspricht dem 10%igen Anteil an den Gesamtkosten für die Errichtung des Baukörpers einschließlich des gesamten interaktiven Ausstellungsraumes. Bis zur Antragstellung für die GA-Förderung ist die Finanzierung des Eigenanteiles mittels Bereitschaftserklärungen, in der Form eines Letter of Intent, der ausgewählten Sponsoren nachzuweisen.
6. November 2006
 Antrag auf Technische Hilfe
Das Bezirksamt Pankow reicht einen Antrag auf Technische Hilfe bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen ein. Gegenstand des Antrages ist die Zusammenführung und Aktualisierung der vorliegenden Studien, inklusive der Begutachtung des Betriebskonzeptes und des Nachweises der Wirtschaftlichkeit. Weiter soll die Studie die genauen Kosten für die raumbildenden Maßnahmen als Bestandteil der Investitionskosten des Life Science Centers ermitteln. Zum raumbildenden Ausbau gehören u.a. der Kulissenbau, fest montierte und in die Kulisse integrierte Exponate, Ausleuchtung der Kulissen, Soundlandschaft für die Ausstellungsbereiche, Funktionsbereiche und Medientechnik.
29. Juni 2006
 Entscheidung des Bezirksamtes Pankow zur Trägerschaft eines Life Science Centers im Sinne der GA-Richtlinie
Die Bezirksverordnetenversammlung des Bezirks Pankow verabschiedet eine einstimmige, von allen Parteien getragene Entscheidung zur Trägerschaft des Projektes. Diese ist notwendig für die Inanspruchnahme der GA-Mittel zur Förderung wirtschaftsnaher Infrastruktur.

Die Entscheidung erfolgt unter mehreren Auflagen, unter anderem dass der Eigenanteil der GA-Förderung unentgeltlich durch die Berlin-Buch Management GmbH einzuwerben ist. Weiter ist die wirtschaftliche Betreibbarkeit des Life Science Centers nachzuweisen unter der Bedingung, dass Zuschüsse aus dem Landeshaushalt Berlins bzw. aus dem Bezirkshaushalt Pankows zum laufenden Betrieb ausgeschlossen sind. In einem Zeit- und Arbeitsplan sind „Meilensteine“ zu definieren, an denen die Umsetzbarkeit des Projektes überprüft wird und die BVV jeweils mit einer Vorlage zur Beschlussfassung beteiligt ist.

Fazit: Das Bezirksamt erklärt die prinzipielle Bereitschaft zur Übernahme der Trägerschaft im Sinne der GA-Richtlinie zum Bau und Betrieb eines Life Science Centers in Buch unter Auflagen.
Mai 2005
 Erarbeitung einer Kommunikationskampagne durch Studenten der Universität der Künste
Im Rahmen einer Diplomarbeit erarbeiteten Studenten der Universität der Künste Berlin eine Kommunikationskampagne für das Life Science Center. Inhaltliche Schwerpunkte waren: Marktanalyse, Mitbewerbersituation, Besucherbestimmung, Kommunikationsziele, Copy-Strategie, Maßnahmeplanung, Kreation und Corporate Design.

Fazit: Es liegt eine hochwertige, praxistaugliche Kommunikationskampagne vor, die bei Eröffnung und Betrieb des Life Science Centers umgehend zum Einsatz kommen kann.
Juni 2004
 Untersuchung regionalwirtschaftlicher Effekte (Petri und Tiemann GmbH)
Gegenstand der Untersuchung waren Berechnungen zu den direkten, indirekten und induzierten Produktions-, Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekten sowie Ausführungen zu den psychografischen Effekten auf Basis einer Auswertung der Medienberichterstattung über Referenzprojekte und die Darstellung von Auswirkungen des Life Science Centers auf weiche Standortfaktoren. Es wird mit bis zu 330.000 Besuchern pro Jahr gerechnet, die im LSC Umsätze von bis zu 3,6 Mio. Euro tätigen. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt sich auf rund 23,96 Mio. Euro und erzeugt eine Wertschöpfung von 17,8 Mio. Weitere konkrete Zahlen finden sich in der Studie.

Fazit: Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass ein Life Science Center als eine überregionale Touristenattraktion zu einer wirtschaftlichen Belebung der Region und damit verbundenen Folgeinvestitionen führt.
Oktober 2003
 Vergleichende Standortuntersuchung innerhalb Berlin-Buchs (Linie 5 und Seebauer, Wefers und Partner)
Modellstudie
Die Untersuchung vergleicht vier potenzielle Standorte für die Errichtung eines Life Science Centers innerhalb von Berlin-Buch. Sie bewertete die einzelnen Standorte unter städtebaulichen, räumlichen, baustrukturellen, kostenspezifischen und umweltspezifischen Aspekten. Die Standorte befinden sich alle im Verlauf der Hauptachse Wiltbergstraße/Lindenberger Weg. Wichtige Faktoren bei der Untersuchung waren: Stärkung des Ortszentrums, Erreichbarkeit, Aufwertung des öffentlichen Raums, Verwendung vorhandener Gebäude unter Beachtung des Denkmalschutzes, Nachnutzung leerstehender Klinikbauten, Verfügbarkeit von Grundstücken.

Fazit: Die Untersuchung präferiert den Standort im Bahnhofsbereich auf Grund seiner zentralen Lage. Die Fläche in einer Größe von 10.600 Quadratmetern setzt sich aus Landeseigentum und Eigentum der SEG zusammen.
Dezember 2003
 Vergleichende Standortbewertung für verschiedene Standorte in Berlin, IFT GmbH
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beauftragt eine vergleichende Standortbewertung von Berlin-Buch mit folgenden Standorten: Ostbahnhof ("Spreeraum"), Bereich Charitè, Dahlem, Flughafen Tempelhof. Kriterien der Standortauswahl waren neben Grundstücksverfügbarkeiten vor allem eine innerstädtische touristisch stark frequentierte Lage. Kernfrage der Untersuchung war, ob eine innerstädtische Betriebsstätte durch die gegebene touristische Frequentierung eine bessere betriebswirtschaftliche Situation für die Einrichtung erwarten ließe.

Fazit: Im Ergebnis erweist sich Berlin-Buch hinsichtlich der städtebaulichen, verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Untersuchung als der am besten geeignete Standort für die Ansiedlung eines Life Science Centers in Berlin.
August 2003
 GA-Antrag durch BBM bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft
Die Berlin-Buch Management GmbH stellt einen Antrag auf Gewährung einer Zuwendung zur Förderung wirtschaftsnaher Infrastruktur im Rahmen der GA ("Gemeinschaftaufgabe regionale Wirtschaftstruktur") zum Bau eines Life Science Centers in Berlin-Buch, in den das Bezirksamt Pankow als Träger eintreten kann.
Dezember 2002
 Machbarkeitsstudie Life Science Center Berlin-Buch durch Petri & Tiemann GmbH, Bremen
Die Studie untersucht im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die wirtschaftliche Machbarkeit eines Life Science Centers am Standort Berlin-Buch. Sie ermittelt unter anderem den Investitiosbedarf von voraussichtlich 20,8 Mio Euro und schlug ein Betreibermodell vor. Auf Basis der Analyse der Wettbewerbssituation und der Zielgruppen gab sie eine Besucherprognose von durchschnittlich 327.000 Besuchern pro Jahr.

Fazit: Die Studie bescheinigt dem Vorhaben vor dem Hintergrund seiner inhaltlichen Besonderheit, des grundsätzlichen Marktpotenzials und der Standortauthentizität insgesamt positive Aussichten und eine theoretische Machbarkeit bzw. Tragfähigkeit.
Dezember 2001
 Konzeptstudie für das Life Science Center Berlin-Buch durch Kunstraum GfK mbH Hamburg und Petri & Tiemann GmbH
Die inhaltliche Ausgestaltung des Life Science Centers Berlin-Buch orientiert sich am Begriff Life Sciences. In der Konzeptstudie heißt es: „Life Sciences erklären die Aspekte des Lebens in seinen vielen Ausprägungen und seiner Komplexizität und die damit zusammenhängenden Mechanismen.“ Im Mittelpunkt steht also das Leben, fokussiert auf das, was den Besucher am meisten interessiert: Das menschliche Leben, also sein eigenes.

Was ist das Leben? Wie entsteht menschliches Leben? Wie entwickelt es sich? Was sind Krankheiten? Mit welchen modernen Mitteln können wir sie heute bekämpfen? Wie sieht die Medizin der Zukunft aus? Was ist ethisch vertretbar? Solche und ähnliche Fragen will das Life Science Center beantworten. Um Gefühle, Lebensweise und Ernährung wird es dabei genauso gehen wie um die Entschlüsselung des menschlichen Genoms, Zwillingsforschung oder Prothesentechnik.

Das wesentliche Merkmal der Ausstellung des Life Science Centers wird sein, dass die Besucher mit wissenschaftlichen Phänomenen, Prozessen und Produkten in einen spielerisch-unterhaltenden und interaktiven Kontakt treten können. Sie können experimentieren, anfassen, „be“-greifen, staunen und sich überraschen lassen. Es entsteht so eine Erlebnisumgebung für neuartige Lernerfahrungen.

Das Life Science Center wird damit eine Brücke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit schlagen und das Informations- sowie das lernorientierte Unterhaltungsbedürfnis miteinander verbinden. Es leistet einen Beitrag zum Public Understanding of Science und wird als überregional ausstrahlende Besucher-Attraktion der Gesundheitsregion Berlin-Buch sowie der gesamten Stadt Berlin neue Impulse verleihen.
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