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Bucher Porträts
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Bucher Bürgerverein e.V.
Engagement für einen lebendigen Ort
„Das lassen wir uns nicht bieten“, sagten sich fünfzehn befreundete Nachbarn, die 1990 in der Straße Alt-Buch wohnten. Als kurz nach der Wende die staatlichen Wohnungsgesellschaften von ihren Westschwestern gekauft wurden, ging in Buch gar nichts mehr. „In dieser Übergangszeit türmte sich der Müll auf den Straßen, Treppenhäuser wurden nicht mehr gereinigt, Grünanlagen verwilderten“, erinnert sich Volker Wenda (Foto).
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Die Bürger aus Alt-Buch warteten nicht darauf, dass ihnen einer half – sie halfen sich selbst und gründeten den „Alt Bucher Bürgerverein“. Die Mitglieder waren Lehrer, Ärzte, Pflegepersonal der Kliniken und Gewerbetreibende. Der Verein verhandelte nun mit den Wohnungsgesellschaften und die Probleme wurden nach und nach gelöst.
Von Anfang an jedoch war der Verein nicht nur ein Zusammenschluss von Protestlern. „Wir haben alle gern in Buch gelebt und wollten etwas für den Ort tun“, so Vereinsvorsitzender Wenda. Der Verein wollte und will deshalb laut Satzung die Kultur- und Heimatverbundenheit der Bucher mit ihrem Ort fördern. Unter diesem Motto haben die Mitglieder in den vierzehn Jahren seines Bestehens in ehrenamtlicher Arbeit Beachtliches auf die Beine gestellt und das Leben im Ort bereichert.
Es begann mit einem ersten Weihnachtsmarkt auf dem Künstlerhof, der dann auch lange Jahre weitergeführt wurde. 1992 initiierte der Verein die Interessengemeinschaft Ortschronik, die sich um die Dokumentation der vielschichtigen Bucher Geschichte verdient gemacht hat. Im Eigenverlag gab er die Broschüre „Aus 100 Jahren Bucher Geschichte“ heraus. Die Kosten für die 2000 Stück streckten die Mitglieder privat vor. Längst ist die Broschüre bis auf wenige Exemplare vergriffen, die Kosten sind gedeckt.
Das Verbinden der verschiedenen Bucher Einrichtungen wie Künstlerhof, Kliniken, Forschungscampus und anderen war dem Verein immer ein Anliegen. Seine aktivste Zeit hatte er wohl Mitte der neunziger Jahre, als es noch möglich war ABM-Kräfte einzubinden. Der Verein organisierte Ausstellungen in den Kliniken, Kinderfeste für die Kinderklinik und das Bucher Sommerfest um nur einiges zu nennen. Ein besonderes Highlight war die Ausstellungen „Kunst und Künstler“ auf dem Künstlerhof Buch, die Werke von vielen Künstlern zeigte, die in Buch arbeiteten oder gearbeitet hatten.
„Irgendwann kamen wir auf die Idee, den hundertsten Jahrestag des Ankaufes des Ritterguts Buch zu begehen“, so Volker Wenda. In Zusammenarbeit mit dem Klinikum Buch und dem Max-Delbrück-Centrum entstand daraus 1998 eine beeindruckende Jubiläumsveranstaltung, zur der sogar der damalige Bürgermeister Eberhardt Diepgen nach Buch kam. Typisch für den Verein ist auch, dass er aktuelle Entwicklungen im Ort in seine Arbeit mit einbezieht. Als sich Ende der neunziger Jahre fremdenfeindliche Tendenzen in Buch abzeichneten, beriet der Verein gemeinsam mit der Ausländerbeauftragten des MDC, wie man dagegen angehen könne.
Heute hat der Verein zwanzig Mitglieder, zwischenzeitlich waren es dreißig. Die meisten seien aus Altergründen ausgeschieden, so Wenda. Gegenwärtig organisiert der Verein das Bucher Bürgerforum. Er lädt dazu Verantwortliche aus Politik und Verwaltung nach Buch ein, die sich zu Themen wie Schulgesetz, Gesundheitsreform, Verkehrsfragen oder Verkauf von Liegenschaften den Fragen der Bucher Bürger stellen.
Wie es weitergehen wird, wenn noch mehr Mitglieder ausscheiden, weiß Volker Wenda nicht. Sein persönliches Fazit aus vierzehn Jahren Vereinsarbeit ist auf jeden Fall: Bürgerschaftliches Engagement lohnt sich - nicht nur für die Gesellschaft sondern auch für einen selbst.
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An dieser Stelle finden Sie Porträts von Bucher Persönlichkeiten und Einrichtungen, die wir Ihnen vorstellen möchten. Lesen Sie in unserem Archiv die Porträts der vergangenen Monate nach:
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